Stellungnahme der Kreistagsfraktion zum geplanten Abriss und Neubau des Landratsamtes in Esslingen

Die ersten Überlegungen für einen Neubau des Landratsamtes Esslingen gehen bis in das Jahr 2012 zurück. Auslöser waren erhebliche Mängel im baulichen Brandschutz durch eine Verschärfung des Gesetzeslage, die nur mit einer grundlegenden Sanierung des Gebäudes zu beheben sind. Ohne eine solche Brandschutzsanierung droht dem Gebäude der Verlust der Betriebserlaubnis. Zudem entspricht des Gebäudes aus dem Jahre 1978 nicht mehr dem energetischen Standard und hat einen erheblichen jährlichen Reparatur- und Sanierungsbedarf, für die technischen Anlagen gibt es teilweise auch keine Ersatzteile mehr (z.B. Aufzugsanlage).

Daher wurde ein Projektmanagementunternehmen beauftragt zu untersuchen, ob eine Generalsanierung (Rückbau bis auf die Tragwerksstruktur) oder ein Neubau wirtschaftlicher wäre. Notwendig ist in beiden Fällen auch eine Erweiterung, da die Mitarbeiterzahl des Landkreises stetig wächst. Ergebnis der Untersuchung war, dass der Neubau sowohl bei der Wirtschaftlichkeit als auch beim Ressourcenverbrauch und dem ökologischen Fußabdruck leicht besser ist als die Sanierung. Zudem bringt der Neubau deutliche Vorteile in der Verwaltungsorganisation (Realisierung moderner Bürostrukturen) und im Bauablauf (eine Sanierung in Teilabschnitten würde 10 Jahre dauern).

In den letzten Jahren wurde daher intensiv an der Planung eines Neubaus gearbeitet. Der Realisierungswettbewerb ist fast angeschlossen, im März 2021 soll der Baubeschluss und die Vergabe erfolgen, der Abbruch wird im Jahr 2022 beginnen.

Das Gebäude wird mit „KfW40“ einen hohen energetischen Standard erfüllen. Mit „Cradle to Cradle“ und einer Gold-Zertifizierung nach dem DGNB-Standard wird versucht, das Gebäude so gut wie möglich nachhaltig zu bauen.

Bei der PKW-Stellplatzzahl ist es mittlerweile Konsens, nur die baurechtlich notwendige Stallplatzzahl zu schaffen und bei der Berechnung auch den ÖPNV-Bonus voll auszuschöpfen (die baurechtliche Stellplatzvorgabe macht letztendlich allerdings die Stadt Esslingen als Genehmigungsbehörde).

Das neue Gebäude wird größtenteils über Darlehn finanziert und über 50 Jahre abgeschrieben. Mit der erwirtschafteten jährlichen Abschreibung von gut 3 Mio. EUR werden die Darlehn getilgt, d.h. das neue Gebäude wird den Haushalt des Landkreises über die nächsten 50 Jahre jährlich mit gut 3 Mio. EUR belasten (bei einem Haushaltsvolumen von über 650 Mio. EUR). Die effektive Mehrbelastung des Landkreishaushaltes beträgt gut 1 Mio. EUR, da ja das bisherige Landratsamt ebenfalls noch abgeschrieben wird und erhebliche jährliche Reparaturkosten produzierte sowie Mietkosten für zurzeit angemietete Räumlichkeiten eingespart werden können.

Aus Sicht der Kreistagsfraktion überwiegen die Vorteile eines Neubaus deutlich, die Generalsanierung ist nicht wirklich eine Alternative (auch aus ökologischer Sicht) und ein Weiterbetrieb ohne Sanierung ist nicht zulässig . Wir haben den Neubau daher immer mitgetragen werden dies auch weiterhin tun, der Prozess steht ja unmittelbar vor dem Abschluss.

Hier kann die Infobroschüre des Landkreises mit den wichtigsten Fakten zum geplanten Neubau herunter geladen werden:
Faktenblatt LRA

Verwandte Artikel